Home   Kontakt   Termine   Anmeldung   Login  
Weiterbildungsangebote Seminarhaus Bernbruch Beratungsstelle in Leipzig Institutsgeschichte

Grundkurs Systemisches Arbeiten

(vormals Weiterbildung in Systemischer Beratung)

Anerkannter Weiterbildungsgang der DGSF – Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie

Ziel des Grundkurses ist es, die Grundlagen systemischen Arbeitens zu vermitteln. Dabei sollen die Möglichkeiten der Anwendung in einem breiten Berufsfeld Beachtung finden. Systemisches Denken, eine systemische fundierte Haltung in verschiedensten beruflichen Kontexten soll als Möglichkeit der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen im beruflichen Kontakt vermittelt und entwickelt werden. Die Anwendung systemischer Methoden im Beruf wird dargestellt, vermittelt und  supervidiert.

Diese Weiterbildung soll den Teilnehmern praxisnah Handlungsmöglichkeiten und "Werkzeug" an die Hand geben und die konstruktive Einstellung der professionellen Helfer/innen weiterentwickeln. So weitergebildete Kolleg/innen empfinden die Methoden und Herangehensweise, insbesondere auch die angstfreie und entspannte Haltung, wie sie mit den Menschen und dem "Fall" umgehen, als enorme Arbeitserleichterung. Der Druck nimmt ab, die Arbeit darf wieder Spaß machen und wird eindeutig effektiver.

Teilnehmen können insbesondere Erzieher aus Heimen/Wohngruppen; Kollegen des Allgemeinen Sozialdienstes, der sozialpädagogischen Familienhilfe; Heilpädagogen; Beratungslehrer; Schulsozialarbeiter; Heilerziehungspfleger; Logopäden; Fachkrankenschwestern; Ergotherapeuten; Verfahrensbeistände; Gesetzliche Betreuer; Pflegestelleninhaber sowie alle weiteren Berufsgruppen, die im psychosozialen Bereich beraterisch tätig sind (wie auch Rechtsanwälte und Ärzte).

Zertifizierung
Die Zertifizierung des zweistufigen Weiterbildungsganges (Grundkurs + Aufbaukurs) durch die DGSF ist erfolgt. Absolventen können dann den Titel "Systemsicher Berater (DGSF)" erwerben.
Als akkreditierter Fortbildungsveranstalter der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer bestätigen wir entsprechende Fortbildungspunkte (1 UE = 1 Fortbildungspunkt). Gemäß den Fortbildungsregularien wird diese Bewertung von der Sächsischen Landesärztekammer für ärztliche Teilnehmer übernommen.

Termine: Der nächste Grundkurs beginnt im März 2018. Bewerbungsschluss ist am 31.01.2018. Alle weiteren Termine finden Sie hier.

Dauer und Umfang:
max.
15 Monate,
4 Lehrseminare im Seminarhaus,
3 mal Fallsupervision und 2 Tage Live-Supervision – beides vorzugsweise in Einrichtungen der Teilnehmer oder Trainer,
6 mal Intervision in Verantwortung der Teilnehmer,
Anwendung systemischer Methoden in der Berufspraxis (20 Sitzungen) mit eigenverantwortlichem Nachweis.

Kosten: 15 Raten zu je 139 Euro inklusive Übernachtung im Seminarhaus (Kursgebühren 1920 Euro; Übernachtungskosten 165 Euro). Einführungsseminar 238,- Euro. Verpflegung sehr kostengünstig durch die Selbstversorgung der Gruppe (ca. 6 Euro/Tag).

Inhaltliche Schwerpunkte sind

Ausbildungsabschnitte:
(Die Zeiten werden in Unterrichtseinheiten UE á 45 Min. angegeben)

Lehrseminare (162 UE)

Die Gruppe erlebt jeweils einen mehrtätigen intensiven Lern- und Erfahrungsprozess im Seminarhaus Bernbruch. Die Lehrinhalte werden praxisnah, anschaulich und handlungsorientiert vermittelt. Dazu steht ein reiches methodisches Spektrum zur Verfügung, wie methodische Demonstrationen, Simulationen durch Rollenspiel und Skulpturarbeit, Üben in Kleingruppen. Die Teilnehmer entwickeln ihre systemische Wahrnehmung und Arbeitshaltung. Persönliches Wachstum wird durch Selbsterfahrung angeregt.

Einführungsseminar (3 Tage)
Weitere Informationen

Bedenkzeit + Bewerbung + Vertragsabschluss (Angaben zum Inhalt der Bewerbung)

Fortsetzung in einer geschlossenen Weiterbildungsgruppe
Die weitere Ausbildung wird in einer geschlossenen Weiterbildungsgruppe absolviert. Dadurch kann das Vertrauen zwischen den Teilnehmern wachsen und sich eine konstruktive und tragfähige Arbeitsatmosphäre entwickeln, die über die einzelnen Veranstaltungen hinweg Bestand hat.

Grundlagen systemischen Arbeitens (4 Tage)
Erarbeitung der Vielfalt persönlicher und beruflicher Lebenswelten unter systemischer Perspektive; Vorstellung struktureller Methoden zur erlebnisorientierten Darstellung von Systemen; Darstellung von Systemen in der Dimension der Zeit, Mehrgenerationen-perspektive, Lebensphasenmodell (Krisen  als Ausdruck schwieriger Übergänge zwischen den Lebensphasen); Vermittlung von Methodik zum systemisch beraterischen Vorgehen/Technik zur Perspektiverweiterung mit Klienten bei der Darstellung des eigenen Bezugssystems, Anregung zur Kommunikation/Reflexion über Bedingungsgefüge in der Mehrgenerationen-perspektive; strukturelle Darstellung beruflicher Systeme mit dem Ziel der Perspektiv-erweiterung zum Aufdecken neuer Möglichkeits- und Handlungsspielräume; Theorie und Methodik zur systemische Grundhaltung und Gesprächsführung (unfokussierte Wahrnehmung, körperlich und sprachlich Spiegeln, Wertschätzung, zirkulär erweitern, Ziel- und Lösungsorientierung); Theorie zu Kliententypen nach de Shazer; Methodik zur Zielorientierung und –findung (4-Felder-Modell) im Beratungsprozess; Theorie und Methodik zur Auftragsklärung; Übertragung in den eigenen Arbeitskontext.

Erlebnisorientierte systemische Gesprächsführung (4 Tage)
Ressourcenorientierte Genogramm- und Lebensflussarbeit: Demonstration der Methodik, eigene Übungsmöglichkeiten in der Rolle des Beraters, Selbsterfahrungsmöglichkeiten, spezifische Anwendungen; systemische Gesprächsführung: Vertiefung der Methodik zirkulären und hypothetischen Fragens, Hypothesenbildung, Wahrnehmen, Spiegeln, Doppeln auf verschiedenen Erlebnisebenen (verbal, körperlich); Ressourcendiagnostik: Lösungs-erfahrungen und Ausnahmen explorieren, positive Wertschätzung, konstruktives Uminterpretieren (refraiming), systemischer Kommentar; Theorie und Methodik der strukturellen Arbeit mit symbolischen Skulpturen: Familienbrett, Playmobilfiguren, Steine, Stühle, Rollenspieler,... Arbeit mit reflektierendem Beobachter-Team ; Konstruktivismus: erkenntnistheoretische Grundlagen des Systemischen Arbeitens (v. Glasersfeld, Luhmann, Foerster, Watzlawick) und Systemtheorien (Kelly, Bateson, Bowen); Nutzung der bisher erarbeiteten Methoden in einer simulierten Erstsitzung.

Systemische Interventionen in der Berufspraxis (4 Tage)
Zielorientierung mit „Wunderfrage“; Wahrnehmung von Unterschieden: Scaling, Haltungsänderung, Perspektivwechsel, Einbeziehung zirkulärer Sichtweisen. Wahrnehmen und Nutzen von Ambivalenzen: Grundparadoxon, Methode der Ambivalenzschaukel, Arbeit mit Vor- und Nachteilen von Veränderungen, paradoxe Interventionen; Grundlagen nonverbaler Kommunikation und körperorientierter Wahrnehmung; Erkennen und Nutzen der „inneren Welt“ der Klienten: Nutzen subjektiver Erfahrungen, Bilder, Metaphern, Zukunftsvisionen als mögliche Quellen von Veränderungsprozessen, Arbeit mit Symbolen, Geschichten, Ritualen; Methodik der Verschreibungen: Möglichkeiten und Grenzen verschiedener Verschreibungen, Zuordnung zu Kliententypen (DeShazer); Grundlagen hypnosystemischen Arbeitens: Repräsentationssysteme, Methodik der Nutzung individueller Wahrnehmungskanäle zur Erfahrungsintensivierung beim Klienten.

Systemische Prozesse und Helfersysteme (3 Tage)
Prozesse: Beratung als Prozess am Lebensfluss darstellen, Reflektieren, Reflexion der eigenen Haltung als Berater, Veränderungen im Prozess; Supervisionsmodelle: kollegiale Fallberatung, Selbstreflexion, Einzelsupervision. Ausblicke: Beratungsprozesse beenden/übergeben, Rückfallprophylaxe; Dynamik in größeren Helfersystemen: Wie kann systemisches Arbeiten im Kontext der eigenen Einrichtung funktionieren? Welche Möglichkeiten gibt es, Kooperation gelingender zu gestalten? Wie kann ich mich abgrenzen?

Fallsupervision (24 UE)

In zwei Untergruppen finden während der Weiterbildungszeit 4 Fallbesprechungen statt zum systemischen Reflektieren der praktischen Arbeit der Teilnehmer mit Klienten / Patienten / Familien / Systemen. Jeweils eine SupervisorIn führt die Supervision durch.

Systemische Praxis unter Live-Supervision (24 UE)

An zwei Tagen besteht die Möglichkeit der Live-Supervision. Die Sitzungen finden in den Arbeitsstellen der Teilnehmer statt, werden gemeinsam mit einem Trainer und der halben Ausbildungsgruppe als "reflecting team" vorbereitet, live begleitet und nachbereitet.

Systemische Praxis

Zwischen den Supervisionen führen die Teilnehmer die Systemischen Beratungen (mind. 20 Sitzungen) eigenverantwortlich fort und dokumentiert die Verläufe.

Intervision / Kollegiale Supervision (48 UE)

Die Weiterbildungsgruppe organisiert sich in Kleingruppen und führt eigenständig kollegiale Supervisionen durch.


Optionen der Weiterqualifizierung:

1. Abschluss als Systemischer Berater

Absolventen/innen des Grundkurses können sich um die Teilnahme am Aufbaukurs "Systemische Beratung" bewerben. Er startet aller zwei Jahre, dauert 15 Monate (198 Unterrichtsstunden) und erfüllt zusammen mit dem Grundkurs die Vorgaben der DGSF zur Erlangung des Abschlusses als "Systemischer Berater (DGSF)".

2. Abschluss als Systemischer Therapeut

Nach Abschluss des Grundkurses können sich Teilnehmer/innen mit psychosozialem Grundberuf bei FamThera zum/zur "Familientherapeut/in - systemische/r Therapeut/in (DGSF)" weiterqualifizieren durch den Einstieg in das 2. Ausbildungsjahr einer Therapeutengruppe - in Abhängigkeit davon, ob in der laufenden Gruppe Plätze frei sind: Weitere Informationen

Hier finden Sie eine Übersicht zur möglichen Abfolge der Weiterbildungsgänge (pdf 60 KB)


diese Seite drucken

Impressum
http://www.opk-info.org
http://www.dgsf.org